Ehrfurcht vorm Sevusevu

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Es gibt hier in Fiji etwas, dem ich mit Nervosität entgegen sehe. Wer ein fijianisches Dorf besucht, bringt dem Dorfchef als Zeichen des Respekts ein Bündel Waka mit – das sind getrocknete Wurzeln einer Pfefferpflanze. Das Problem dabei: Man kann bei dem sogenannten Sevusevu so einiges falsch machen. Für Nina und mich stehen jetzt auf der Insel Qamea, auf der wir möglicherweise unser Jahr verbringen wollen, auch zwei Dorfbesuche an. Qamea ist die kleine Nachbarinsel der Garteninsel Taveuni, wo wir momentan sind.


Dieses Ritual gibt es sowohl in Fiji als auch Tonga und Samoa. Wichtig ist, dass der Gast das Wurzelbündel niemandem übergibt, sondern im Haus des Dorfchefs auf die Matte legt. Je größer das Bündel, desto erfreuter das Dorf. Der Gast erklärt kurz, warum er das Dorf besucht. In unserem Fall werde ich sagen: "Danke, dass Sie uns empfangen. Meine Frau und ich wollen für ein Jahr lang in Fiji leben und suchen den richten Platz. Wir würden gerne eine Hütte bauen, die nach unserem Jahr in den Besitz des Dorfes übergeht."

Irgendwie ist mir die Kava-Sache noch suspekt. Vor allem, wenn wir im Anschluss Kava trinken, wird es kompliziert. Wer die Kokosnussschale gereicht bekommt, muss einmal Klatschen, die Schale in beide Hände nehmen und vorm Trinken "Bula" sagen. Dann klatscht er drei Mal.

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Wir haben uns schon mal zwei Bündel Waka besorgt. Es wird in Zeitung eingewickelt und dann auch so übergeben. Sieht letztlich aus wie ein verwelkter Blumenstrauß.

In Fiji trinken die Leute bei jeder Gelegenheit Kava. Es wirkt beruhigend und betäubt Zunge und Lippen. Die Einfuhr nach Deutschland, auch als Arzneimittel, ist verboten.



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