Wir sind als Erste dran

Und zwar jetzt. Guten Rutsch.


Ein bisschen Grog muss sein

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Nachbar Josepo hat mir endlich seine Grogplantage gezeigt. Sie ist etwa zwei Kilometer vom Strand entfernt, und um sie zu erreichen, muss man einem verschlungenen Pfad durch den Regenwald folgen. Ich war von den Sträuchern der Pfefferpflanze so sehr beeindruckt, dass ich nun mein eigenes Yaqona angepflanzt habe.

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Weihnachtslovo

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Viele Frauen haben es nicht leicht in Fiji, die Emanzipation ist hier teilweise um Jahre zurück. Aber bei unserer Nachbarin Maria haben wir erlebt, wie eine Familie zusammen Weihnachten feiert – und es harmonischer nicht sein könnte. Als ich am Morgen des 1. Weihnachtsfeiertags vorbeigeschaut habe, sehe ich eine ganze Großfamilie am Vorbereiten. Jeder steuert seinen Teil zum Fest bei, Söhne, Töchter, Eltern, Großeltern, Enkel, jede Frau, jeder Mann. Etwas, was sich viele Familienmütter bestimmt auch gut bei sich daheim vorstellen könnten. Was es später geben wird, ist Essen aus dem Lovo, dem fijianischen Erdofen. Wie das genau funktioniert:

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Unser Weihnachtsbaum ist rot

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Wir brauchen keinen Tannenbaum, wir haben unseren Flametree. Oh Flametree, oh Flametree, wie schön sind deine Blüten!! Da kommt doch richtige Weihnachtsstimmung auf, oder? Irgendwann im Januar wirft der Flamboyant, Flammenbaum, oder wie auch immer man ihn auch nennen will, dann sein Kleid ab. Schade, schade…

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Weihnachtsgeschichte

Was uns hier auf der Insel manchmal fehlt, ist Abendunterhaltung. Deshalb habe ich mich besonders gefreut, als mir mein Bruder Sebastian, 23, eine kleine Weihnachtsgeschichte gemailt hat. Die ist so gut, dass noch etwas mehr Leute daran teilhaben sollten.

"Nun, möchtest du eine kleine Weihnachtsgeschichte hören? Möchtest du ein bisschen unterhalten werden? Am Arsch der Welt endlich mal eine Story?

Dann les’ weiter und danke deinem Bruder.

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Wasserfall hinterm Haus

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Welch hübsches Fleckchen Erde wir gefunden haben, ist uns spätestens seit dem ersten heftigen Regen klar. Seither bete ich für Regen. Schaut Euch das an: Dieser Wasserfall plätschert bei uns hinterm Haus. Voraussetzung ist, dass es mal eine Nacht durchschüttet. Sorry, ich will echt niemanden in Deutschland ärgern oder auch nur ein kleines bisschen eifersüchtig machen. Aber da fällt einem doch nix mehr ein, oder? Ein grünes Idyll. Ein Paradies. Hihi. Als ich die 30 Meter durch den Busch nach oben gelaufen bin und das zum ersten Mal erblickt habe, bin ich wie Gérard Depardieu als Columbus auf die Knie gefallen. Mir rinn der Schweiß über die Stirn, der Sand klebte mir an den Füßen. Ich sagte (feierlich): "Ich nenne sie die Private Falls von Nina und Adrian – heiliger Erlöser."

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Alles klar mit Solar

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Selbst auf der abgelegenen Insel funktioniert Ebay. Nur das mit dem Transport war ein wenig schwieriger als sonst. Aber jetzt ist er da: mein Power Inverter 300 Watt. So kann ich mit einem Solarpanel plus Batterie den Laptop aufladen, wenn die Sonne scheint. Und das tut sie ja den ganzen Tag über. Juhu. Nach Monaten ohne Strom macht es mir das leichter, immer fleißig zu schreiben.

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Überall sind die Mangos reif

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In der Namata Bay gibt es zwei riesig große Mangobäume. Daran hängen mehr Mangos, als sie die ganze Bucht essen könnte. Wir mögen diese Art, denn die Früchte haben kaum Fasern.


Hochzeit auf Fijianisch

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Nachbar Floyd, 24, hat seine Freiheit verloren – und die Namata Bay sich für eine Nacht in eine Discomeile verwandelt. Für Nina und mich war es das erste Mal, dass wir auf eine fijianische Hochzeit eingeladen waren. Wir sahen das Brautpaar in seinem traditionellen Gewand und erlebten, wie in der Südsee ein richtiges Fest gefeiert wird. Dabei gilt offenbar: Je größer die Frangipani-Blüten hinterm Ohr, desto größer die Partylaune.

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Balken vorm Kopf

Manchmal macht mich diese Internetverbindung auf der Insel wahnsinnig. Ich sitze hier eine Stunde auf der Veranda und starre aufs Handydisplay. Oh, fünf Balken. Mist, jetzt wieder drei. Oh, doch noch vier. Mist. Nur noch einer. Woran liegt das?

Daran, dass sich die Windrichtung geändert hat? Der blöde Sendemasten muss irgendwo auf Vanua Levu stehen, das ich weit hinten am Horizont erkenne. Oder sind es die Wolken, die auf mich zuziehen? Oder diese bescheuerten Updates, die ständig automatisch heruntergeladen werden? Jedenfalls: Ich gebe es jetzt auf.

Dutzende Schnaken haben mich gestochen, trotz Autan – weil ich schön still für sie sitzen geblieben bin. Bewege ich das Handy nur einen Millimeter, verändert sich alles. Fijtime, rede ich mir dann immer wieder zu, Fijitime. Alles mit der Ruhe. Verdammt nochmal.

Ich wollte die Geschichte über eine fijianische Hochzeit online stellen. Aber die ist halt nur gut, wenn auch Bilder zu sehen sind. Und genau die sind mit ihren großen Dateigrößen das Problem. Sobald ich wieder mehr Balken vorm Kopf habe, klappt es. Hoffentlich.


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