Weihnachtslovo

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Viele Frauen haben es nicht leicht in Fiji, die Emanzipation ist hier teilweise um Jahre zurück. Aber bei unserer Nachbarin Maria haben wir erlebt, wie eine Familie zusammen Weihnachten feiert – und es harmonischer nicht sein könnte. Als ich am Morgen des 1. Weihnachtsfeiertags vorbeigeschaut habe, sehe ich eine ganze Großfamilie am Vorbereiten. Jeder steuert seinen Teil zum Fest bei, Söhne, Töchter, Eltern, Großeltern, Enkel, jede Frau, jeder Mann. Etwas, was sich viele Familienmütter bestimmt auch gut bei sich daheim vorstellen könnten. Was es später geben wird, ist Essen aus dem Lovo, dem fijianischen Erdofen. Wie das genau funktioniert:

 

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Die Männer im Haus graben zunächst einmal ein Loch in den Boden. Dann legen sie Steine in Kokosnussgröße hinein und packen Feuerholz darüber. Das Feuerholz muss nun fast vollständig verbrennen, und wenn die Steine richtig gut heiß sind, kann endlich das Essen rein.

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Das Essen bereiten die Frauen auf ihren Matten unterm Wellblechdach vor. Viel Arbeit ist vor allem Roro, mit Taroblättern umwickelte Kokosnuss-Zwiebel-Creme. Außerdem liegt Knoblauchduft in der Luft, überall wird Knoblauch zerstampft. Die beiden Enkelinnen von Maria wedeln mit einem Ast voller Blätter den anderen Frauen Luft zu, sie sind sozusagen ihre persönlichen Ventilatoren.

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Die Männer haben bereits Taro geschält, auf Fijianisch heißt die Wurzel Dalo. Diese werden auf die heißen Steine gelegt, dazwischen kommt allerdings eine Schicht zerkleinerte Palmwedelstiele – damit ja nichts anbrennt. Der Erdofen ist mittlerweile auch mit Wellblech überdacht, weil es ein paar Stunden stark geregnet hat.

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Ganz wichtig sind die Bananenblätter, die über das Essen gelegt werden. Sie halten den Dampf im Erdofen, der später den typischen, leicht geräucherten Geschmack ausmacht.

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Sohn Willy, 20, arbeitet besonders viel.

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Aber auch Ceriel, 18. Er reibt die Hähnchen mit einer Soja-Knoblauch-Soße ein und wickelt sie anschließend in Palmwedel.

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Einige Fijianer wickeln das Fleisch lieber in Folie ein, aber richtig traditionell geht das wie auf dem Foto oben.

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Sobald alles Essen im Lovo verstaut ist und mit Bananenblättern überdeckt ist, kommt noch eine Plastikplane darüber, die wiederum mit Sand direkt vom Strand beschwert wird.

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Eineinhalb Stunden später ist es soweit. Das Essen ist fertig. Ceriel (links) und Willy holen die Tarowurzeln aus dem Erdofen und verbrennen sich dabei die Hände. Immer wieder schreit einer von ihnen, worüber ich dummerweise ziemlich lachen muss. Naja, sie finden es letztlich auch witzig.

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Nina und ich sind zusammen mit Ninas Eltern, die uns über Weihnachten und Silvester besuchen, von Maria zum Essen eingeladen worden. Maria hat alles wunderschön angerichtet. Wir sind seit wenigen Stunden wieder zurück und ordentlich vollgestopft. Natürlich hat uns Maria noch jede Menge Essen mitgegeben. Da kriegt man jedes Mal von Neuem ein schlechtes Gewissen, aber irgendwas wird uns schon als Dankeschön einfallen. Das war definitiv das beste Lovoessen, zu dem ich bisher eingeladen war. Hoffentlich gibt es viele, viele Wiederholungen.



2 Kommentare
Dein Kommentar
 

rudy und carmen:
Freitag, 26. Dezember 2008, 03:43

… hallo adrian und nina! hätte ich das vorher gewusst, hätte ich euch eine grosse schüssel mit handgeschabte spätzle als beilage geschickt!!!! adrian morgen gehe ich mit den beiden hunden jackson und bud eine grosse runde gassi… many greetings from germany carmen, rudy ,bud

kus:
Samstag, 27. Dezember 2008, 20:01

Bitte melde dich :-)

P.S:: Frohe Weihnachten :-)



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