Wieder Vollmond. Wieder Krabben. Überall Lichter am Strand und im Regenwald, die Leute suchen nach ihrem Abendessen. Ich will mich dieses Mal zurückhalten, aber da kommen auch schon die Nachbarn mit einem Eimer vorbei. 20 Krabben drin. Lebend natürlich. Ob ich sie lieber jetzt kochen will oder Montagfrüh. Bei uns ist gerade Sonntagabend, 21 Uhr. Falls erst am Montag, solle ich einfach ein paar Bananenblätter in den Eimer geben und ein bisschen Kokosnuss. Das mögen die Tierchen. Guten Appetit, wünschen mir die Nachbarn und ziehen, erfreut über ihre große Beute, von dannen.
Aber was mache ich? Zunächst, in der ersten Verunsicherung, bin ich mal mit dem Buschmesser hinaus in die Nacht gegangen – auf der Suche nach Blättern und Kokosnüssen. Eine halbe Stunde ist das her. Jetzt bin ich zurück, habe alles in den Eimer geworfen und denke nach. 20 Krabben. 20!! Ich meine, wenn es fünf wären – okay.
Nina, Vegetarierin, redet von Haustieren. Oder ich solle sie einfach fliehen lassen, den Eimer versehentlich umkippen. Nein, nein, das geht nicht, finde ich. Dann wird eben doch gekocht. Ich werde heute noch drei von den Krabben mit einem kleinen, spitzen Stock außer Gefecht setzen und in einen Topf werfen. Wenig Wasser soll ich verwenden, damit der Geschmack besser erhalten bleibt. Und um den Rest kümmere ich mich morgen. Mal schauen, ob und wie ich das alles hinkriege. Schöner Sonntagsbraten. Das ist ja, als würde einem in Deutschland der Jäger eine Wildsau vor die Türen legen.