
Es gibt Neuigkeiten. Wir ziehen um.
Ein Bootsmann hat uns von einer Insel erzählt, die es bisher nur in unseren Träumen gegeben hat. "Es ist eine Art Geheimnis", hat er uns zugeflüstert. "Beautiful, beautiful."
Ja, und damit hat er uns sowas von um den Finger gewickelt, dass wir uns diese geheime Insel mal näher angeschaut haben.
Es ist wahr.
Diese Insel ist perfekt. Eigentlich kann es sie nicht geben, aber sie ist da. Mitten im Nichts, im endlosen Meer, einen elendslangen Bootstrip von anderen Inseln entfernt. Das ist wie in "The Beach".
Jetzt beginnt das richtige Abenteuer.

Der Strand ist so breit und grell, dass ich eine Vorstellung bekommen habe, wie das Licht am Ende des Tunnels aussehen wird.
Es steht nur ein Haus auf dieser Insel, das uns der Besitzer nun vermietet hat. Bisher seien hier nur Freunde von ihm gewesen, sagte er und wollte erstmal wissen, wie wir eigentlich auf ihn kommen.
Tja, der Bootsmann. Manchmal trifft man die richtigen Leute zur richtigen Zeit.
Ich bin selten so euphorisch gewesen.
Nina sieht das Ganze etwas nüchterner, aber ist auch begeistert.
Das Leben dort wird halt frei von westlichem Luxus sein. Es gibt eine Komposttoilette, aus der es aber stinkt. Ich werde mit dem Spaten wohl besser ein Loch graben und Balken drüber legen – wie es die Pfadfinder machen.
Die Regentanks dort sind bis oben hin voll, aber die Wasserpumpe ist kaputt. Duschen aus dem Eimer bedeutet das, und Geschirrspülen vorm Haus. Um das Wasser trinken zu können, müssen wir es abkochen.
Immerhin gibt es Solarstrom, jedenfalls tagsüber. Die Batterien sind kaputt und halten die Ladung nicht lange. Der Kühlschrank, der damit betrieben wird, ist also nachts aus.

Wie es mit dem Internet und diesem Blog weitergeht, weiß ich momentan noch nicht. Das Handy zeigt Verbindungsbalken an, ich kann aber niemanden anrufen. Möglicherweise klappt’s aber ja mit der Verbindung ins Netz. Hat jemand Ahnung davon, kann ich irgendwas tun, um eine Internetverbindung zu ermöglichen? Antenne bauen oder so?
Mit dem Essen wird es auf unserer neuen Insel auch etwas schwieriger, aber irgendwie muss es gehen. Wir kaufen riesigen Vorrat ein, Dosen ohne Ende, Nudeln und Reis ohne Ende. Auch Wasser in Flaschen, zur Sicherheit. Einmal im Monat kriegen wir Nachschub aus dem Boot.
Fisch gibt es dort genug, ich muss ihn nur noch fangen. Mein Speer von Nachbar Josepo ist fertig, aber dazu später mehr.

Als wir die Insel zum ersten Mal besucht haben, haben wir mit unserem Bootsmann gleich mal zwei Barakuda und einen kleinen Thunfisch gefangen. So habe ich auch gelernt, wie man Fisch überhaupt ausnimmt. Ich habe mich an einem Barakuda probiert, gar nicht so schwer.
An Früchten gibt es Papaya und Bananen, aber ansonsten nicht viel. Der Boden besteht fast nur aus Sand, nur in der Inselmitte gibt es ein wenig Erde. Um die Insel bin ich in zehn Minuten rumgelaufen.
Kürbis wächst noch, aber leider bisher ohne Blüten. Ich nehme mal an, dass halt jemand gießen muss, dann wird das schon.
Schnorcheln ist toll da draußen, allerdings darf man nicht zu weit rausschwimmen, weil es starke Strömungen gibt. Ich musste es bei unserem zweitägigen Erstbesuch unbedingt ausprobieren und habe prompt meinen ersten Riffhai gesehen. Nette Tierchen.
Ich kann’s kaum noch abwarten, bis es losgeht.

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Montag, 19. Januar 2009, 11:48
Hallo ihr zwei,
wäre da etwas vorsichtig, die Zeit der Stürme geht dort noch bis März, wenn ein heftiger Orkan mit Sturmflut kommt habt ihr ein Problem, es wird kein Schiff mehr fahren und Hilfe könnt ihr nicht rufen.
Die Insel ist flach und leicht überflutbar, also mal nachdenken, will nicht bange machen aber riskant ist das schon.
Schöne Grüße Otto