Die Inselwelt des Südpazifiks

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Neue Kategorie im Fijiblog: Herbert Straatman, den ich während seines Urlaubs auf der Insel Taveuni kennengelernt habe, schreibt über alles, was mit Südseewissen zu tun hat. Er ist 46 Jahre alt, verheiratet und wohnt in Villingen-Schwenningen. Mit seiner Frau Karin bereist er seit 1995 die Inseln im Südpazifik, deren Faszination sie seither nicht mehr losgelassen hat. Mehr Infos über Herbert Straatman gibt es unter Team. Sein erster Text ist schon fertig – er beschäftigt sich mit der Inselwelt im Südpazifik und ihrer Entstehung:

 

herbert

Als kleiner Junge drehte ich oft am Globus meiner Eltern und war erstaunt über die große blaue Fläche auf der einen Seite. Es machte mir Spaß, auf der scheinbar leeren Fläche, die rund ein Drittel unseres Planeten bedeckt, nach kleinen Eilanden zu fahnden, deren Namen ich noch nie gehört hatte und so klangvolle Bezeichnungen wie Samoa, Tonga oder Fiji trugen. Ich wunderte mich über Bezeichnungen wie Gesellschafts- oder Osterinsel. Der Wunsch, diese Inselwelt im riesigen pazifischen Ozean kennenzulernen, hat mich seither nicht mehr losgelassen.

Im weitesten Sinne wird die Inselwelt des Südpazifiks auch als Südsee bezeichnet. Zur groben Orientierung und weiteren Unterteilung finden die kulturell orientierten Bezeichnungen Polynesien, Mikronesien und Melanesien Anwendung. In jeder dieser Regionen hat sich, isoliert vom Rest der Welt, ein eigener Menschenschlag entwickelt, deren Sprache und Kultur sich auf Millionen Quadratkilometern erstrecken. Einige Staaten besitzen Flächen, die in keinem Verhältnis zur Landmasse stehen – gespickt mit Eilanden, oft nicht größer als ein Fußballfeld. Zentral gelegen spannt sich das polynesische Dreieck auf, der größte Kulturraum der Erde. Flankiert durch die Hawaii-Inseln im Norden, Neuseeland im Westen und die Osterinsel im Osten, bilden diese Punkte das Dreieck.

Die allermeisten Südsee-Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Schon dem bekannten Naturforscher Charles Darwin fiel auf, dass Gestalt und Alter der Inseln in einem Verhältnis zueinander stehen und den Entstehungsprozess widerspiegeln. Treibende Kraft ist hierbei der Kontinentaldrift unserer Erde.

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Dort, wo auf dem flüssigen Erdmantel treibende Kontinentalplatten aneinander stoßen, treten große Kräfte auf. Hot Spots, magmahaltige Blasen flüssigen Gesteins unter der Erdoberfläche, verursachen gewaltige unterseeische Vulkanausbrüche, die Inseln wie Maulwurfshügel aus dem Meer schieben. Im Laufe von Jahrmillionen wandern die Kontinentalplatten weiter, während die Hot Spots stationär bleiben.

So entstehen ganze Archipele (Inselgruppen) mit Inseln aneinandergereiht wie auf einer Perlenschnur. Ein schönes Beispiel hierfür sind die Hawaii-Inseln.

Damit ist die Entstehungsgeschichte einer Südsee-Insel aber noch nicht zu Ende. Wie bei allen Dingen auf unserem Planeten, gibt es ein Werden und Vergehen. Nachdem der Vulkanismus auf einer Insel zur Ruhe gekommen ist, ragen gewaltige Bergmassive in den Himmel, deren Gipfel mehrere tausend Meter Höhe erreichen können. Passatwolken schieben unglaubliche Regenmengen gegen die Berghänge. Flüsse mit donnernden Wasserfällen schürfen tiefe Schluchten in den Inselrücken. Die Meeresbrandung nagt an den Basaltklippen und schwarze Strände säumen nun das Eiland. Gleichzeitig sinkt die ganze Insel unter ihrem mächtigen Eigengewicht unaufhaltsam zentimeterweise zurück in den Erdmantel.

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Doch auch etwas Neues entsteht. Im warmen, seichten Wasser siedeln sich rund um die Insel Korallen an und bilden allmählich ein mächtiges Bollwerk aus Kalkstein, dass der Zerstörung trotzt. Ein Saumriff mit einer schützenden Lagune umgibt das Eiland, dass nun wie ein Spiegelei aussieht.

Während die Insel weiter im Meer versinkt, erneuert sich das Riff ständig. Zu diesem Zeitpunkt finden wir den Klassiker und Inbegriff einer Südsee-Insel vor. Schönes Beispiel aus unserer Zeit ist Bora Bora.

Zum Schluss bleibt lediglich das Saumriff als Ring stehen, die Insel ist vollständig versunken. Ein Atoll wie Rangiroa ist entstanden – der Umriss und Schatten der einstigen Insel!

Wenn Meer, Wind und Wetter es zulassen, bilden sich an solchen Orten auch kleine Eilande aus Korallenschutt. Oft sind heftige Stürme und Wellen die Väter und Mütter dieser Schutthaufen, auf denen es wimmelt von Leben, wie auf der Trauminsel von Nina und Adrian.



2 Kommentare
Dein Kommentar
 

claudi:
Dienstag, 30. Juni 2009, 09:46

das mit den stationären hot spots hört sich spannend an. aber dann ist die insel von nina und adrian gar keine vulkaninsel?

stimmt es, dass ein teil des sandes von papageifischen ist?

grüßle, claudi

herbert:
Sonntag, 2. August 2009, 22:05

Hallo Claudi,

fast alle Inseln im Pazifik stehen auf vulkanischen Sockeln. Daneben fällt das Meer viele tausend Meter ab. Siehe zum Beispiel den Tonga-Graben (google earth). Die Sockel stehen sozusagen wie Bergspitzen entlang der unterseeischen Gräben. Die Gräben und der Vulkanismus entstehen, wenn eine Kontinentalplatte unter eine andere rutscht. Bei der Kollision gibt es natürlich eine Menge Action und Spannung in der Erdkruste. Diese entlädt sich mit den uns bekannten Folgen (Vulkanausbrüche, Erdbeben und Tsunamis). Nach dem Erlöschen des Vulkanismus sinken die Inseln allmählich zurück ins Meer. Manchmal kann das Korallenwachstum dem Absinken schnell genug entgegenwirken, somit bleibt zumindest ein Teil der Landmasse erhalten.

Oft sind es die typischen ringförmigen Saumriffe der einstigen Inseln, die dann ein sogenanntes Atoll formen. Die Korallen aus Kalk werden von Wind und Wetter außerdem stetig abgetragen. Dabei arbeitet auch der Papeigenfisch mit, der an den Korallen knabbert. Das stetige Wachstum kann aber normalerweise auch diesen Erosionsprozessen Paroli bieten. Ein besonders heftiger Sturm spült ein kleines Inselchen unter Umständen trotzdem binnen Stunden vollständig fort. Es kann aber auch das Gegenteil passieren, so das Sand angehäuft wird, wie es bei der Insel von Adrian und Nina geschehen ist. Du siehst, die Dinge sind ständig in Bewegung. Die beiden werden meine Ausführungen sicher bestätigen. Ich hörte, dass der Sand der Inseln oft unvorhersehbare Wanderungen unternimmt.

Gruß, Herbert



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