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Vor einigen Monaten verbrachten meine Frau Karin und ich einen Urlaub in der Toskana, zu dem wir mit dem eigenen Auto angereist waren. Wir hatten ein Navigationssystem dabei, das bisher stets zu unserer Zufriedenheit funktioniert hatte. Eines Tages hatten wir den Besuch eines kleinen malerischen Ortes 50 Kilometer entfernt geplant. Wie gewohnt gaben wir die notwendigen Informationen in unser Navi ein und fuhren los. Die Streckenführung kam uns schon kurze Zeit später seltsam bekannt vor, waren wir sie doch Tags zuvor schon einmal gefahren. Nach 20 Kilometern rüttelte mich mein Instinkt wach und ich beschloss einen Blick auf die Straßenkarte zu werfen. Oh je! Der Zielort lag in der entgegengesetzten Richtung. Wie konnte das passieren? Der gewünschte Zielort hieß Sasseta, eingegeben hatte ich aber Sasetta, einen Ort den es offensichtlich auch gab. Wir hatten einen unserer natürlichsten Sinne, den Orientierungssinn, einfach über Bord geschmissen und uns der verführerischen Stimme unserer elektronischen Mina hingegeben.
Alle zehn Jahre verdoppelt sich zurzeit das Wissen der Menschheit – und wie viel geht verloren? Blöde Navigationsprothese, dachte ich. Und meine Gedanken glitten in den Südpazifik. Dorthin, wo sich vor etwa 4000 Jahren Menschen aufgemacht hatten, ein Gebiet zu besiedeln, fast so groß wie die Oberfläche des Mondes, bevölkert mit Inseln, die gerade mal ein Prozent dieser Fläche bedecken.
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