Mein größter Fang

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Oh, wie bin ich stolz.

Der alternde Mann und das Meer.

Ich hatte an jenem Abend schon nicht mehr dran geglaubt, das einer beißt. Aber die kommende Flut hat mir das hier beschert!

Das ist eine Tilles Makrele. Fast 70 Zentimeter lang, zehn Kilo schwer.

Sie war mein bisher größter Fang – und die größte Anstrengung, einen Fisch an den Strand zu ziehen.


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Als ich mit der Makrele am Haus war, habe ich sie gleich mal abgemessen.

Den Haken hatte sie noch im Maul, ich habe ihn erst nach dem Ausnehmen rausgekriegt.

Dieses Mal habe ich die Handleine benutzt, Jonny hat mir bei seinem letzten Besuch bessere Leinen mitgebracht. Als die Tilles Makrele angebissen hat, habe ich mich kurz gefreut – und dann vermutet, dass mir dieser Fisch sowieso gleich die Schnur durchbeißt…

Aber die Leine von Jonny ist wirklich gut.

Man sagt ja immer, man solle den Fisch müde werde lassen – Problem dabei: Er versteckt sich in der Lagune allzu gerne hinter Korallen, und die schneiden gespannte Leinen sofort durch.

Also bin ich auf der Sandbank wie ein Irrer rückwärts gerannt, immer mit Blick auf die Leine, die vor mir von links nach rechts und rechts nach links geschnellt ist. Die Makrele ist richtig wild geworden, und hat damit wahrscheinlich das Gegenteil von dem bewirkt, was sie erreichen wollte: Der Haken saß noch fester.

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Ich habe zuerst gedacht, vielleicht ist wieder ein Hai dran. Was mir allerdings gar nicht gepasst hätte, den esse ich nicht.

Als ich den Fisch näher an den Strand gezogen habe, habe ich erst seine ganze Kraft zu spüren bekommen. Im seichten Wasser ist er besonders stark gewesen und mindestens zehn Meter nach rechts geschwommen, bevor ich in rausziehen konnte.

Bis zuletzt habe ich nicht geglaubt, dass ich ihn rauskriege.

Ich bin es schon gewohnt, dass die großen Fische mal eben die Schnur durchbeißen. Was dann übrigens nicht weiter schlimm für die Fische ist. Wie mir Jonny erklärt hat, rostet der Haken schnell und fällt aus dem Maul.

Ich weiß nicht, vielleicht finden manche Leute diesen Spaß am Fischen makaber. Aber es ist unglaublich, was für ein Jagdtrieb doch in einem steckt. In mir in diesem Fall. Es löst eine enorme Euphorie aus, wenn es Beute gibt. Und es ist ja auch ein wichtiger Bestandteil meiner Ernährung auf der Insel.

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Makrelen zu schuppen ist relativ einfach, wobei mein Messer nicht das beste ist. Gerade beim Ausnehmen merke ich das immer. Es ist schwierig, einen Schnitt durchzuziehen.

Ich habe eine ganze Weile im Bestimmungsbuch nachgelesen, bis ich mich festlegen konnte: Das muss eine Tilles Makrele sein.

Diesmal ist es definitiv keine Blauflossen-Makrele, dachte ich mir. Also bleiben vom Aussehen her nur die Großaugen-Makrele und die Tilles Makrele übrig. Die Großaugen-Makrele hat relativ große Augen, wie der Name schon sagt – passt irgendwie wie auch auf diese hier. Und zweitens, sie ist leicht an der weißen Spitze der zweiten Rückenflosse erkennbar. Sie jagt vorwiegends nachts und das gewöhnlich in Schulen entlang von Lagunen.

Diese weiße Rückenspitze könnte man hier durchaus sehen, siehe Fotos. Allerdings hat dann, wenn man so will, auch die Flosse unten am Körper eine weiße Spitze. Passt irgendwie nicht.

Was für die Tilles Makrele spricht, ist der steile Kopf und der lange Körper – anders als bei den anderen Makrelenarten. Außerdem hat sie viele kleine Pünktchen oberhalb der Seitenflossen – die Großaugen-Makrele nicht.

Also, das passt alles.

Spannend, nicht wahr?

So geht es mir auf der Insel oft: Ich merke, dass ich mich für Dinge interessiere, die sonst keinen interessieren.

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Mit den Fischen gehe ich mittlerweile immer zu den Felsen auf der Ostseite der Insel. In den Felspools, die es dort gibt, kann ich die Fische gut ausnehmen. Ich habe nämlich keine Lust, dass mir ein Hai den Arm abbeißt. Was in den Pools schlimmstenfalls passieren kann, ist, dass eine Muräne dazuspringt und was ab will.

Wenn es dunkel ist, so wie nach diesem Fang, fällt mir das Ausnehmen etwas schwerer. Ich lege dann die Taschenlampe neben mich hin, so dass der Lichtkegel auf den Fisch fällt, und werkle vor mich hin. Das zieht sich manchmal hin. Danach habe ich aber dicke, ich meine richtig dicke, Filets.

Die passen nicht mal mehr ganz in die Pfanne.

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Auch noch eine Erwähnung wert: mein größter Straßenkehrer bisher.

grstrassenkehrer



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