
"Habt Ihr schon ein Loch gegraben?"
So fängt unser deutschter Freund Uwe aus Taveuni immer ein Telefongespräch an. Man weiß bei ihm nie, um was es geht.
"Hä?", frage ich.
"Habt Ihr schon ein Loch gegraben?"
"Was?"
"Es gibt eine Zyklon-Warnung."
Scheiße.
Gut, dass wir Karin und Uwe haben. Ohne sie hätten wir auf der einsamen Insel mal wieder nix mitbekommen.
Zehn Minuten vorher war ich noch auf der Sandbank fischen und habe mich über den extrem starken Wind gefreut. Die Fische mögen starke Strömung, dann sind sie nah am Strand und meine Beutechancen groß.
Jedenfalls: Wir sind mal nicht in Panik ausgebrochen, da es sich nur um eine Warnung handelte. Aber wir haben entsprechende Vorkehrungen getroffen.

Das heißt, wir haben alles mögliche ins Haus getragen, damit es am nächsten Morgen nicht einfach fehlt. Und das wahrscheinlich Wichtigste: Wir haben die Holzfenster runtergeklappt und zugenagelt. Der Erbauer dieses Hauses hat mitgedacht, es gab schon Nägel und Löcher an Ort und Stelle.
Einen kleinen Vorteil hatte diese unerfreuliche Geschichte sogar: Endlich haben wir mal unseren Radio genutzt, den wir extra für solche Unwetterwarnungen mitgenommen haben. Wir haben das Fijianisch, dass in den meisten Sendern gesprochen wird, nicht verstanden – aber immerhin. Wir hatten Empfang und doch gleich irgendein Rugbyspiel mitverfolgen können.
Entwarnung gab’s dann gleich am nächsten Morgen. Unser Freund und Helfer Jonny hat angerufen. Puh!

Unsere erste Nacht im Haus.
Wir sind echt froh, denn auf einen Live-Hurrikan hätten wir absolut gar keine Lust. Vor allem könnte sowas wirklich gefährlich werden.
Falls es aber ganz, ganz schlimm kommen würde, würde Jonny uns vorher retten. Sein Boot hält alles aus, auch besonders rauhe See. Jonny weiß eigentlich immer, wann das Wetter wo wie wird.
Droht Gefahr, kommt er. Ist wie in Baywatch.

Beschäftigung bei Mistwetter: Angellschnur entknoten.

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