Es war von Anfang an klar, dass dieser Moment kommen wird. Unsere Zeit auf der einsamen Insel ist nach fünf Monaten vorüber. Nur nicht zurückblicken, nur nicht wehmütig werden, wir haben uns das fest vorgenommen. Aber wir tun es doch. Der Punkt am Horizont wird immer kleiner, erst verschwindet der Strand, dann die Kokosnusspalmen. Wir sitzen auf einer Metallbank seitlich im Boot und holpern über die Wellen – der Weg zurück in die Zivilisation.
War alles nur ein Traum? So ziemlich jeder daheim hat uns prophezeit, dass uns die Rückkehr ins alte Leben schwer fallen wird. Ehrlich gesagt: Wir wissen es noch nicht. Es war ja keine Flucht vor irgendwas, die uns getrieben hat. Das alte Leben war nie schlecht. Wir wollten ein Jahr in Fiji leben, weil wir das Bedürfnis nach einem Abenteuer hatten.
Allerdings merken wir, dass unsere Zeit auf der Insel zu mehr geworden ist. Der Mensch braucht nicht viel. Er braucht Wasser, er braucht Fisch, er braucht Sonne. Ich bin abends gerne auf der Sandbank gestanden und habe zum Haus geschaut. Links das Meer, rechts das Meer. Ich habe die Kerzen auf der Veranda leuchten sehen, über mir den Sternenhimmel. Klingt pathetisch, ja. Aber dieses Bild fehlt mir.
Was uns bleibt, ist neben einem Gefühl der Sehnsucht eines des Glücks. Immerhin haben wir es getan, und das macht uns stolz. Die letzten Tage haben wir noch mal jedes Detail in uns aufgesogen. Das Buschmesser, wie es in der Palme steckt. Die Seeigelschalen, die am Strand liegen. Die Hängematte, deren Schatten in der Abendsonne übers Gras fällt. Die überreifen Papayas, in die Flughunde Löcher fressen. Es sind die kleinen Dinge und Eindrücke, die unser entspanntes Leben hier ausgemacht haben.
Wir haben die Babyschildkröte, die wir gefunden und wochenlang gemästet haben, ins Korallenriff entlassen. Wir haben den wilden Hühnern, die wir mit unserem Mischlingswelpen Sunday im Inseldschungel eingefangen haben, stundenlang beim Scharren im Stall zugeschaut. Zum Schluss hatten wir 26 Stück, für die uns Biobauer Thomas Lang aus Obereisesheim Tipps zur richtigen Pflege hat überbringen lassen. Und wir sind natürlich ein weiteres Mal auf die benachbarten Sandinseln in der Lagune gepaddelt.
Bei unseren Auswandererfreunden Karin und Uwe, die auf der Garteninsel Taveuni leben, haben wir uns von Fidschi verabschiedet. Drei letzte Tage lang genossen wir den Blick über die Klippe, auf der sie leben, und Karin servierte Kokoda – rohen, in Zitronensaft marinierten Fisch, der in Kokosnussmilch badet. Der Geschmack der Südsee. Karin und Uwe sind für uns beide im vergangenen Jahr so etwas wie ein Rettungsanker gewesen. Hatten wir Fragen, sind wir zu ihnen. In Zukunft wird es so ähnlich sein: Halten wir es nicht mehr aus, fliegen wir zu ihnen. Von dort aus ist es nicht mehr weit zu unserer Insel.

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Samstag, 11. Juli 2009, 11:08
Hallo Adrian,
schade dass Eure Zeit auf der Insel vorbeigeht. Ich habe sehr gerne hier in eurem Blog gelesen und mich immer gefreut, wenn neue Fotos aus Fiji hereinflatterten :-)
Gute Reise heimwärts & Viele Grüße,
Mathis