Der beste Job der Welt

Wunderbare Marketingidee, die da einer in Queensland hatte: Ein Blogger soll Hamilton Island noch bekannter machen als es sowieso schon ist. Ein halbes Jahr vor einer Villa am Strand sitzen, ein bisschen schreiben und dabei 80000 Euro kassieren. Wenn das mal keine exklusive Sache ist. Das Projekt hat sich für die Initiatoren schon jetzt gelohnt – in etlichen Zeitungen ist darüber berichtet worden. Und ich nehme mal schwer an, dass man in Queensland genau darauf aus ist. Einen kurzen Moment habe ich ja auch darüber nachgedacht, mich für den besten Job der Welt zu bewerben. Mir gefällt vor allem die Vorstellung, für diese Schwerstarbeit bezahlt zu werden. Aber dann dachte ich, da das Wetter ja gerade so gut ist in Fiji, will ich erst mal noch eine Weile hier bleiben. Verständlich, oder?


Dreckswetter in Fiji

Für einen kurzen Moment nach dem Aufwachen habe ich geglaubt, ich sei zurück in Deutschland. Es hat uns voll erwischt. Eine tropische Depression, so heißt das hier, zieht auf uns zu und um uns herum. Es windet stark und gießt in Strömen, kein Flieger geht – und das schon seit mehreren Tagen. Wenn das nur eine Depression ist, will ich ehrlich gesagt nicht wissen, wie ein Hurrikan aussieht.

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Inselfrühstück

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Halb zehn in Fiji. Wenn auf der Insel das Brot ausgeht, muss man sich anders behelfen. So sehen Ninas erste selbstgebackenen Brötchen aus. Werden sie mit strandhüttengemachter Kumquatmarmelade bestrichen, schmecken sie besonders lecker.

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Projekt Außendusche

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Wenn der Regentank voll ist, reicht der Druck gut aus für unser neuestes Projekt: die Außendusche. Zwei Tage hat es gedauert, und fertig ist sie. Im Natural Style. Jetzt werden nur noch Verschönerungen gemacht. Korallenboden und eine Muschel als Seifenhalterung. Unsere größte Sorge ist, dass die Dusche von einem Sturm zerstört wird. Aber dann müssen wir halt nochmal ran.

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Wir sind als Erste dran

Und zwar jetzt. Guten Rutsch.


Ein bisschen Grog muss sein

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Nachbar Josepo hat mir endlich seine Grogplantage gezeigt. Sie ist etwa zwei Kilometer vom Strand entfernt, und um sie zu erreichen, muss man einem verschlungenen Pfad durch den Regenwald folgen. Ich war von den Sträuchern der Pfefferpflanze so sehr beeindruckt, dass ich nun mein eigenes Yaqona angepflanzt habe.

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Weihnachtslovo

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Viele Frauen haben es nicht leicht in Fiji, die Emanzipation ist hier teilweise um Jahre zurück. Aber bei unserer Nachbarin Maria haben wir erlebt, wie eine Familie zusammen Weihnachten feiert – und es harmonischer nicht sein könnte. Als ich am Morgen des 1. Weihnachtsfeiertags vorbeigeschaut habe, sehe ich eine ganze Großfamilie am Vorbereiten. Jeder steuert seinen Teil zum Fest bei, Söhne, Töchter, Eltern, Großeltern, Enkel, jede Frau, jeder Mann. Etwas, was sich viele Familienmütter bestimmt auch gut bei sich daheim vorstellen könnten. Was es später geben wird, ist Essen aus dem Lovo, dem fijianischen Erdofen. Wie das genau funktioniert:

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Unser Weihnachtsbaum ist rot

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Wir brauchen keinen Tannenbaum, wir haben unseren Flametree. Oh Flametree, oh Flametree, wie schön sind deine Blüten!! Da kommt doch richtige Weihnachtsstimmung auf, oder? Irgendwann im Januar wirft der Flamboyant, Flammenbaum, oder wie auch immer man ihn auch nennen will, dann sein Kleid ab. Schade, schade…

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Wasserfall hinterm Haus

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Welch hübsches Fleckchen Erde wir gefunden haben, ist uns spätestens seit dem ersten heftigen Regen klar. Seither bete ich für Regen. Schaut Euch das an: Dieser Wasserfall plätschert bei uns hinterm Haus. Voraussetzung ist, dass es mal eine Nacht durchschüttet. Sorry, ich will echt niemanden in Deutschland ärgern oder auch nur ein kleines bisschen eifersüchtig machen. Aber da fällt einem doch nix mehr ein, oder? Ein grünes Idyll. Ein Paradies. Hihi. Als ich die 30 Meter durch den Busch nach oben gelaufen bin und das zum ersten Mal erblickt habe, bin ich wie Gérard Depardieu als Columbus auf die Knie gefallen. Mir rinn der Schweiß über die Stirn, der Sand klebte mir an den Füßen. Ich sagte (feierlich): "Ich nenne sie die Private Falls von Nina und Adrian – heiliger Erlöser."

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Alles klar mit Solar

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Selbst auf der abgelegenen Insel funktioniert Ebay. Nur das mit dem Transport war ein wenig schwieriger als sonst. Aber jetzt ist er da: mein Power Inverter 300 Watt. So kann ich mit einem Solarpanel plus Batterie den Laptop aufladen, wenn die Sonne scheint. Und das tut sie ja den ganzen Tag über. Juhu. Nach Monaten ohne Strom macht es mir das leichter, immer fleißig zu schreiben.

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