
Ein Jahr auf einer Insel – wie fühlt sich der Südseetraum an? Meine Frau und ich haben beschlossen, es herauszufinden und ein ungewöhnliches Projekt zu starten: Wir werden ein Jahr lang so leben, wie es viele der Fijianer auf ihren rund dreihundert Inseln machen, die mehr als 2000 Kilometer im Norden von Neuseeland verstreut sind. Frei nach dem Motto: Genieße den Tag und wenn du Hunger hast, dann fang dir einen Fisch.
Diesen Satz sagen Fijianer gerne, wenn die komischen Weißen sie fragen, wie sie das so machen mit sich und der Insel. Die komischen Weißen – das sind Europäer, Amerikaner, Australier und jede Menge andere – kommen in der Regel für drei Wochen in die Südsee, sitzen im Jacuzzi, tauchen den Mantas hinterher und verzweifeln nach den ersten und auch wieder in den letzten paar Tagen daran, dass sie für ihren Chef auf dieser Insel ja gar nicht erreichbar sind. Dann fliegen sie zurück in ihre Heimat. Ihre Frage haben sie den Fijianern fast alle gestellt, auch die Antwort gehört, aber in ihren Ohren klingt sie nur wie eine abgedroschene Floskel. Genieße den Tag?
Was ist, wenn die Menschen in Fiji Recht haben? Und wenn Kurztouristen einen Rat überhören, der ihr Leben in der westlichen Welt hätte verändern können, indem sie eine kleine Kleinigkeit berücksichtigt hätten? Was ist, wenn das mit dem Genießen und dem Fisch eine Anleitung zu mehr Gelassenheit und Zufriedenheit ist?
Die Sache ist nur: Fang erst mal einen Fisch.

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